Kopi Luwak – Katzenkaffee um jeden Preis?

Wir werden in unserer Eigenschaft als Kaffeehändler immer wieder nach „Katzenkaffee“ gefragt. Aus Gründen die wir hier gerne näher erläutern, bieten wir diesen Kaffee jedoch nicht zum Verkauf an. Zur Erklärung:

Als Kopi Luwak oder „Katzenkaffee“ bezeichnet man ausschließlich die Kaffeebohnen (genau genommen die Kaffeekirschen), die von einer bestimmten in Indonesien lebenden Schleichkatzenart gefressen und wieder ausgeschieden werden. „Kopi“ ist das indonesische Wort für Kaffee. „Musang luwak“ ist die indonesische Bezeichnung für den beteiligten wilden Fleckenmusang.

 

Von den Kaffeefrüchten kann die Schleichkatze aber nur das Fruchtfleisch verdauen, die Bohnen werden wieder ausgeschieden. Das Exkret wird eingesammelt, die Bohnen gewaschen und schließlich geröstet. Im Darm dieses Tieres sind die Kaffeekirschen einer Nassfermentation durch Enzyme ausgesetzt, welche die Geschmackseigenschaften ändert: es entsteht ein dunkles und volles, aber auch etwas „muffiges“ Aroma.

 

Ein Kilogramm der ungerösteten Bohnen kostet direkt bei den Erzeugern ca. 40-50,- Euro.

In Europa werden die gerösteten Bohnen ab rund 200,- Euro das Kilo angeboten.

 

Der hohe Preis und die große Nachfrage nach dem teuersten Kaffee der Welt haben leider negative Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Schleichkatzen.

 

Wurde früher der Katzendung von in freier Wildbahn lebenden Tieren eingesammelt, werden die Schleichkatzen heute in Kleinstgehegen absolut nicht artgerecht gehalten und mit Kaffeekirschen förmlich gemästet. Viele Tiere verenden so u.a. an Mangelernährung.

 

Wir distanzieren uns von diesen Produktionsmethoden und überlassen unseren Mitbewerbern hier gerne das Feld.

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Thomas (Dienstag, 27 August 2013 17:21)

    Ich finde es trotzdem schade, dass ihr ihn nicht verkauft. Natürlich, überall gibt es solch fragwürdige Produktionsmethoden - ich meine: dann dürfte man auch nichts mehr bei H&M kaufen und dann dürfte auch nur fair trade Kaffee serviert/verkauft werden. Es gibt durchaus auch Kaffeeimporteure mit etwas mehr Moral (zb www.cova-coffee.com), die auf handverlesenen Kopi Luwak setzen. Informiert euch doch mal, man kriegt echt selten Kopi Luwak in nem Café zu kaufen.

  • #2

    Gilbert Murbach (Montag, 02 September 2013 14:39)

    Wir brauchen Röstereien und Wiederverkäufer um den von uns angebotenen wilden Kopi Luwak zu unterstützen um somit aktiv am Tierschutz beizutragen und dagegenzu halten und bezahlen den Bauern einen Aufpreis dafür damit es auch so bleibt, der Aufpreis beeinträchtigt jedoch nicht den Verkaufspreis und wird aus unserer eigenen Kasse bezahlt.

  • #3

    Lena (Mittwoch, 06 November 2013 19:44)

    Toll, dass Sie diese Tierquälerei nicht unterstützen. Ein dickes Lob!